Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt

Früh am Morgen sind wir in Sydney gelandet und konnten schnell durch den Zoll. Auch die Biokontrolle verlief problemlos und schnell. Nach einer knappen Stunde hatten wir schon wieder eingecheckt und warteten auf unseren Weiterflug nach Perth.

Die Landung in Perth war ziemlich turbulent weil es mal wieder kräftig windete. In Perth war es dann so warm, dass schon das Verladen der Bikeboxen auf dem Pickup unseres Freundes in einem Schweissausbruch endete… Unseren Nachmittag verbrachten wir somit in einem schönen, schattigen Garten in Perth mit Faulenzen und kühlem Wasser trinken.


Die nächsten paar Tage verbrachten wir mit Planen, Ausrüstung besorgen und Velos samt Anhänger zusammen zu bauen. Da wir sehr viel Wasser schleppen müssen, hatten wir uns für zwei BOB-Trailer entschieden, welche aber hier in Australien oder Neuseeland nicht ganz einfach zu bekommen sind.

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Ready to go!

 

Perth ist eine schöne, junge und gut geplante Stadt. Breite Strassen, unzählige Bikepfade und ein gutes ÖV-Netz sind nur einige Beispiele. Von Perth ging es dann Richtung Mundaring und von dort auf den „neuen“ Munda Biddi Trail, welcher uns nach Albany bringen sollte. Schnell merkten wir aber, dass dieser Trail nicht wirklich für beladene Fahrräder geeignet ist, obwohl es die Infobroschüre explizit erwähnt. Oftmals war es sehr steil und sandig und unsere Reifen fanden keinen Halt mehr. Somit hiess es absteigen und schieben. Meistens ein Rad nach dem anderen und die Sonne trieb uns dabei den Schweiss aus allen Poren. Nach 3 Stunden hatten wir gerade mal 10km hinter uns. Mehrmals waren wir kurz davor umzudrehen, doch jedes Mal fuhren, schoben und fluchten wir weiter. In den nächsten Tagen soll es ja flächer werden. Nach einer weiteren Stunde und zwei Kilometern mehr war dann aber auch für uns endgültig Schluss. 1‘000km auf diese Weise? Mit getrübter Stimmung kehrten wir nach Mundaring zurück. Unterwegs trafen wir noch auf den Ranger, welcher uns erklärte, dass der Weg gegen Ende zwar ein bisschen flacher werde jedoch noch sandiger.

Wir liessen somit den Munda Biddi Trail fallen und beschlossen stattdessen die Küstenstrasse nach Albany zu nehmen. So machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zurück nach Perth. Dort nahmen wir dann die Metro, weil Fahrräder ausserhalb der Stosszeiten in der Metro erlaubt und sogar gratis sind 😉 Die Aufpasser an der Station fanden dies gar keine lustige Idee und erklärten uns, dass Fahrräder keinen Platz haben. Wir zeigten ihnen, dass es wohl genügend Platz hatte und fuhren kurze Zeit später nach Mandurah, wo wir den Abend mit einem Sonnenuntergang in „Little Venedig“ genossen. Von hier gab es leider nur den grossen Highway Richtung Süden. So donnerten grosse Trucks und andere Fahrzeuge mit 110km/h an uns vorbei. Der Seitenstreifen war jedoch gross und somit relativ sicher.

Um die grösste Hitze im Schatten eines Baumes zu verbringen, fuhren wir früh morgens los und waren meistens am Mittag schon an unserem Ziel. Wir verbrachten die Nachmittage mit Lesen oder lernten, dass eine Brille beim Baden im Meer keine gute Idee ist…
Bis Yallingup genossen wir das tollste Wetter und schöne Strände. Von hier folgten wir einer kleinen aber geteerten Seitenstrasse. Das Wetter hatte inzwischen auf 14 Grad und Regen gewechselt. In Margareth River, einem berühmten Weingebiet, suchten wir Schutz vor dem Regen.

Leider verlässt die Strasse hier die Küste und führt durch endlos scheinende Eukalyptuswälder, welche im Regen die Luft mit einem angenehmen Duft füllen. Die Strasse gleicht einer Achterbahn und zum Teil sehen wir nur bis zu vier Autos pro Stunde. Im Shannon National Park erreichten wir unsere 10‘000km direkt beim Campingplatz, welcher für 10 Dollar/Site auch noch gratis warme Duschen hatte 🙂
Kurz vor Denmark sahen wir wieder das Meer und konnten ein paar Tage auf einem Weingut geniessen. Natürlich durfte da das „Tasting“ nicht fehlen 🙂

Da die Distanzen hier in Australien gigantisch sind und das Land viel mehr als nur Highways zu bieten hat, beschlossen wir in Albany mit einem 4WD-Camper weiter zu reisen. Unsere Fahrräder werden uns aber dabei begleiten und wir freuen uns schon, wenn wir das letzte Stück unserer Reise wieder mit unseren Fahrrädern bereisen. Die Bobs werden aber verpackt und mit einem Schiff nach Hause geschickt. In Albany verbrachten wir einige Tage mit Geocachen und genossen die schönen Sandstrände und das türkisfarbene Meer. Da 4WD-Camper in Südwest-Australien nur in Perth vermietet werden, reisten wir halt ein drittes Mal in diese schöne Stadt zurück.

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Little Beach at Two Peoples Bay, Albany WA