Im goldenen Outback

Nach einer langen und warmen Busfahrt erreichten wir Perth am frühen Nachmittag und schlenderten durch die Einkaufsstrasse. Am nächsten Morgen durften wir dann endlich unseren „kleinen“ Camper entgegen nehmen. Nach einem kurzen Halt im Supermarkt, ging es mit vollen Wassertanks und Kühlschrank in südliche Richtung aus Perth hinaus.

Die nächsten Tage verbrachten wir abseits der grossen Strassen in den Wäldern südlich von Perth und genossen den Vorteil von 70 Liter Wassertank und 120 Liter Diesel. Zum Glück ist der Benzinpreis hier nicht ganz so hoch wie zu Hause.

Bei Walepole stiessen wir wieder an die Küste und kamen an einem uns bekannten Strand vorbei. Die 16 Kilometer Sandpiste war uns letztes Mal aber zu weit gewesen. 4×4-Antrieb rein und los ging es. Bis nach einer Kurve mit anschliessendem Sandloch. PLUMPS! Das war’s fürs erste. Unsere Kabine ist wohl doch schwerer als gedacht. Sandbleche gibt’s bei Apollo leider nicht dazu. Mit Ästen und Schaufeln kamen wir Meter um Meter wieder etwas raus. Zum Glück kam kurze Zeit später ein anderes Auto, welches uns wieder rauszog. Dabei lernten wir auch gleich noch, dass unser Reifendruck, trotz Reduktion, um ein Vielfaches zu hoch war. Wenn wir doch damals auch schon ein so geniales, kleines, silbernes Messdings gehabt hätten.

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Uuuuuuups!

 

Wir erkundigten noch bis Esperance die Strände und genossen schöne Übernachtungsplätze gleich am Strand. Nach ein paar Tagen im Cape Le Grand NP ging es nördlich nach Kalgoorlie, wo die viertgrösste Goldmine der Welt steht. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass hier von oben ausgebaggert wird, damit auch ja alles Gold erreicht wird. So entsteht ein riesiges, hässliches Loch. Der hier sogenannte „Super-Pit“. Riesige Lastwagen fahren hier rund um die Uhr tonnenweise Gestein heraus. Darin enthalten sind nur ein paar Gramm des glänzenden Metalls. Für uns war Habgier noch nie besser ersichtlich.

Direkt neben diesem Loch liegt Kalgoorlie, eine überraschend schöne Minen-Stadt. Doch eine so grosse Stadt braucht Wasser und weit und breit ist kein See. Im Museum wurde uns erklärt, das Wasser komme aus Perth, per 600km Pipeline… Wenn das nicht frisches Wasser ist!

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Super-Pit, Kalgoorlie

 

Nach Kalgoorlie waren wir endgültig im Outback. Roter Sand auf beiden Seiten und strahlend blauer Himmel über uns. Die Strasse verlief pfeifengerade nach Norden. Nach über 1000 Kilometer sah die Landschaft immer noch gleich aus und unser Fortschritt war nur auf der Karte auszumachen. Uns gefällt es in dieser Landschaft sehr und so verbrachten wir einige Nächte unter einem gigantischen Sternenmeer oder an lauschigen Wasserlöchern. Natürlich immer treu begleitet von kleinen, nervigen Fliegen. Stechen oder beissen können sie nicht, aber sie probieren in jede Öffnung zu fliegen!

Unsere nächste Stadt mit Einkaufsmöglichkeit war Newman, wieder eine Stadt für Minenarbeiter inmitten der Wüste. Oder anders gesagt, ein Einkaufsgebäude, zwei Tankstellen und ein Campingplatz dahinter. Zwischendurch ein paar Häuser. Newman hat uns überhaupt nicht gefallen und so verliessen wir die Stadt noch am selben Abend bei Dämmerung.

Am nächsten Tag wurde die Landschaft wieder hügliger und wir erreichten den Karijini NP mit seinen atemberaubenden Schluchten und natürlichen Frischwasser-Pools. Wir verbrachten einige Tage mit Wandern und Baden in diesen schönen, kühlen Pools tief unten in einer Schlucht. Oberhalb ist die Vegetation karg und ausgetrocknet. Sobald man aber unten ankommt, fühlt man sich wie in einer vergessenen Welt. Rundherum saftig grünes Gras, haufenweise Schmetterlinge, kleine Eidechsen und schlafende Fledermäuse in den Kronen der schattenspendenden Gummibäume.