Von Touris, Sandflies und Schafen

Auf der Südinsel angekommen, blieben wir ein paar Tage in Picton, schliesslich gab es noch einen Geburtstag zu feiern 🙂 Von Picton ging es über Blenheim nach Westport. Dabei lernten wir den neuseeländischen Wind so richtig kennen. Am zweiten Tag hatten wir einen Durchschnitt von nur gerade mal 11 km/h. Und das nur wegen dem Wind! Das Wetter war sowieso nicht auf unserer Seite. In Westport mussten wir eine Zwansgpause einlegen. Der Regen war so stark, an Weiterfahren war gar nicht zu denken. Zum Glück war unser Zelt auf einem kleinen Hügel. Der Rest der Wiese lag unter 10cm Wasser.

Weiter ging es vorbei an den Pancake Rocks nach Franz Joseph, begleitet von Wind und Regen. Der Gletscher, einer der Einzigen, die noch wachsen, wird in Franz Joseph als riesen Touristen-Attraktion angepriesen. Wir fanden ihn jedoch enttäuschend klein und unspektakulär.

Vor dem berüchtigten Haastpass kam dann doch noch die Sonne. Aber ein Wetterwechsel bringt hier auch immer Wind. So kam er natürlich wieder mal von vorne. Über den Pass sind wir noch ohne Wind gekommen. Als wir dann aber talabwärts strampeln mussten und teilweise von den starken Böen angehalten wurden, hörte der Spass auf. So blieben wir auf dem DOC-Camping, welcher per Zufall gleich auftauchte. Eigentlich hofften wir, nach dem Haastpass die nervigen Sandflies loszuwerden. Dem war aber nicht so. Die genossen den Sonnenschein genauso wie wir… Sie waren am Morgen so zahlreich und lästig, dass an ein Frühstück gar nicht zu denken war.

Für einmal hatten wir Rückenwind, als wir auf Wanaka zufuhren. In Wanaka genossen wir für ein paar Tage tolle Mountainbiketrails, erfrischendes Baden im kalten Fluss und die Vorteile eines riesigen Supermarktes 🙂

Über den Crown Saddle ging es weiter nach Arrowtown, einem historischen, kleinen Städtchen. Von hier führte uns der Weg weiter nach Alexandra, wo der Otago Central Railtrail startet. Queenstown vermieden wir, da die Stadt meistens mit Touristen vollgestopft ist, die eh nur Parties, Bungee-Jumping und Skydiving im Kopf haben.
Auf dem Railtrail genossen wir zwei Tage autofreie und wunderbare Natur. Diese hat sich nun definitiv von Regenwald in Schafsfelder verwandelt. Und die Schafe gibt es hier zu Tausenden!

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There are sheeps everywhere

 

Der Trail endete nach einer Bahnfahrt in Dunedin, wo auch die Cadbury Chocolatefactory steht. Die wollten wir natürlich sehen 🙂 Gesehen hat man aber nicht viel auf der Tour. Abgesehen von der Tonne Schokolade, die vor uns den Silo runterdonnerte. Was für eine Verschwendung 😛

Von Dunedin gings zurück in die Berge zum Mount Cook (Aoraki). Wir ersparten uns die 50km Einweg zum Village, wo es eh nur Touris zu sehen gibt, und genossen die Aussicht vom Camping am südlichen Ende des Sees. Leider war die Canalroad geschlossen, so mussten wir auf den viel befahrenen Highway nach Lake Tekapo fahren. Der Verkehr auf der Südinsel ist aber viel angenehmer als auf der Nordinsel. Die Fahrer geben uns – mit Ausnahme der vielen Backpacker-Bussen – viel Platz.

Von Lake Tekapo ist es nur noch einen Katzensprung nach Christchurch. Da wir mal wieder zu schnell waren, radelten wir noch „schnell“ die 100km nach Akaroa, am anderen Ende der Bank Peninsula. Akaroa ist das einzige französische Städtchen in Neuseeland und liegt in einem ehemaligen Vulkankrater. Um es erreichen zu können, muss man einen riesigen Berg passieren, der auch auf dem Rückweg nicht flacher wird…

Zum Schluss genossen wir noch ein paar Tage in Christchurch, bevor unsere Velos wieder in Kartons wanderten. Vom Stadtzentrum ist nach dem Erdbeben im 2011 nicht mehr viel übrig und was noch steht, befindet sich meistens hinter Gitter. Die Stadt wird vor allem von leerer Fläche, Verfall und Baggern geprägt. Die Erde ist auch heute noch nicht zur Ruhe gekommen. So wurden wir zwei-drei Mal zitternd aus dem Schlaf gerissen. Die meisten Beben aber sind gar nicht spürbar und weit im Meer draussen.

Da der Flughafen kein Check-In am Vorabend erlaubt, mussten wir um 4 Uhr morgens zusammen mit all den restlichen Passagieren einchecken. Für die Flüge nach Australien haben sie nur noch Computer. Doch diese sind überfordert, wenn man angibt, dass man einen Campingkocher dabei hat. Ist ja ein sehr gefährlicher Gegenstand! Und bei der Eingabe von 4 Gepäckstücken, fragt er nach, ob auch alle derselben Person gehören. Wenn ja, dann ist endgültig Schluss. So steht man, wie alle anderen, mit einem ratlosen Gesicht bei einem der Angestellten an und wartet…